Theaterverein Oberstreu
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OBERSTREU
„Jeder bekommt, was er verdient“
Oberstreuer Theatergruppe begeistert mit der Märchenkomödie „Frau Holle“
Mit einem beschaulichen Weihnachtsmarkt in den Gaden um die Kirche läuteten die Oberstreuer am Samstag die Adventszeit ein. Bei einem Becher Glühwein konnten sich die Besucher bei Ständen mit selbst hergestellten Schmuck, selbst gemachten Likören, Pralinen-und Zuckerstangenbasteleien noch das ein oder andere Weihnachtsgeschenk besorgen. Im Turm, der weihnachtlich mit Kerzen und Lichterketten dekoriert war, stellten Künstler ihre Werke zum Verkauf aus. Wer Glück hatte und rechtzeitig kam, ergatterte noch einen Platz bei der ausverkauften Vorstellung der „Frau Holle“.

 Wer das Märchen der Frau Holle gut kennt, wird sich bei der Aufführung in der Alten Schule gefragt haben, ob er denn im richtigen Theaterstück sitze. Die erste viertel Stunde stand dort nämlich Hans (Julian Dytrt) im Mittelpunkt des Geschehens, der kein anderer ist als Hans im Glück. Er kommt auf den Hof der bösen Stiefmutter (Annette Helmrich), wo er auf die fleißige Marie (Janina Pfister) mit ihrem Spinnrad trifft. Sofort verlieben sich die beiden ineinander – und Hans erzählt seine Geschichte.

Er berichtet, dass er einen Goldklumpen besessen habe, diesen aber bald eintauschte, weil er ihm zu schwer wurde. Für den Goldklumpen bekam er einen Schimmel, doch auch den gab er kurz darauf ab. Schließlich besaß er eine Kuh, dann glaubte er, ein Schwein würde ihm bessere Dienste leisten, und wechselte das Borstenvieh bald gegen eine Gans. Am Ende habe er schließlich einen tollen Schleifstein für sein Federvieh bekommen, erklärte Hans seiner Marie und zeigte einen keilförmigen Stein.

Die böse Stiefmutter, die heimlich lauschte, hatte Bruchstücke dieser Unterhaltung mitbekommen und glaubte, der Hans sei ein reicher Mann, da er Gold, einen Schimmel, eine Kuh, ein Schwein und eine Gans besäße und wollte ihn mit ihrer leiblichen Tochter, dem faulen Mariechen (Eva Herbert) verkuppeln. Aber auf die hatte schon lange der niesende Schornsteinfeger (Rudi Ledermann) vergebens ein Auge geworfen. Die blinde Besessenheit der Stiefmutter und die flapsige Dummheit des Hans brachten Jung und Alt, Klein und Groß im Publikum zum Lachen. Mitten in diesem Tumult fällt die fleißige Marie in den Brunnen. Das faule Mariechen tut es ihr gleich, als sie erfährt, dass derjenige, der auf Frau Holle trifft, reich belohnt wird.

Im Reich der Frau Holle (Petra Wende) treffen die Halbschwestern auf den tanzenden Wind (ebenfalls Rudi Ledermann), den hustenden Nebel (Gerhard Herbert) und den sarkastischen Frost (Michael Link), die sich als Kinder der Frau Holle erweisen und die beiden durch das Jahr führen. Die fleißige Marie wartet sehnsüchtig darauf, ihren Hans auf der Erde wieder zu sehen. Das faule Mariechen will ihren, wie sie meint, „wohlverdienten Reichtum“.



„Jeder bekommt, was er verdient“, versichert die Frau Holle und schickt das fleißige Mariechen vorzeitig auf die Erde zurück. Ihrer faulen Halbschwester ist Frau Holle schon lange auf die Schliche gekommen, mit einem Apfelbaum, der – spricht jemand die Unwahrheit – seine Früchte abwirft. „Komisch, immer wenn ich was erzähle, fällt ein Apfel runter. Ich weiß auch nicht, was das immer ist“, wundert sich das faule Mariechen. „Ich schon“, sagt Frau Holle und schickt auch sie wieder auf die Erde.


Als der Hahn auf dem Hof der bösen Stiefmutter dreimal kräht, plumpsen hintereinander die Schwestern aus dem Himmel. Marie ist mit glänzendem Gold überschüttet, ihre faule Stiefschwester mit klebendem Teer. Die Goldmarie wird glücklich mit ihrem Hans, und das Pechmariechen nimmt schließlich doch den Schornsteinfeger, der ihr noch versichert: „Komm ruhig zu mir, schwarz auf schwarz macht keine Flecken.“ Die böse Stiefmutter bleibt alleine, aber sie tröstet sich. Sie wettet, dass der dumme Hans seine Goldmarie sowieso bald wieder eintauschen wird, wie er es schon damals mit seinem Goldklumpen gemacht hat. „Und dann geht die ganze Geschichte von vorne los, oder was denkt ihr?“, fragt sie ins Publikum.

Die Aufführung der Oberstreuer Theatergruppe geht auf jeden Fall noch einmal von vorne los, nämlich bei der nächsten Vorstellung am 13. Dezember. Egal welchen Alters, die Besucher waren alle vom Witz, den Kostümen und Leistung der Schauspieler begeistert. Das dreiviertel Jahr Proben hat sich gelohnt.

Der Link zum Originalartikel:
http://www.mainpost.de/lokales/rhoengrabfeld/-bdquo-Jeder-bekommt-was-er-verdient-ldquo-;art777,5386012
 
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